Guten Morgen, heiße Liebe!

Guten Morgen, heiße Liebe!

Für die einen dient er nur als Wachmacher – für die anderen ist er eine Köstlichkeit. Mal bio, mal fairtrade, mal regional, mal einfach nur to go. Kaffee ist facettenreich. Doch woher kommt das Getränk eigentlich und was für einen Kaffee trinken wir in den Cafés des Studierendenwerks Freiburg? Außerdem: Ob Kaffee gesund ist und eine kleine Rösterei im Film.

Für viele Menschen wäre ein Leben ohne Kaffee undenkbar. Doch was verbirgt sich hinter dem Getränk, das die Menschen schon seit Jahrhunderten begleitet?

Der deutsch-kanadische Kaufmann und Publizist Willy Meurer sagte einmal: “Mit Kaffee und Humor kommt man dem Stress zuvor” und gibt damit eventuell eine erste Antwort. Vielleicht auch auf die Frage, warum sich Kaffee besonders in studentischen Kreisen an großer Beliebtheit erfreut. Trotz des beachtlichen Kaffeekonsums wissen jedoch die wenigsten Genaueres über die geschichtlichen Hintergründe.

Vom “Bunchum” zum Kaffee

Auch wenn Zeitpunkt und Ort der Entdeckung nicht genau zugeordnet werden können, gilt es als gesichert, dass Kaffee schon seit dem frühen 11. Jahrhundert konsumiert wird. Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen über Kaffee stammen von dem arabischen Philosophen Ibn-Sina, der das Getränk “Bunchum” damals als Heilmittel verwendete.

Religiös motivierte Reisen zu den Städten Mekka und Medina in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts sorgten für eine Verbreitung des Getränks in ganz Arabien. In den kommenden zwei Jahrhunderten überschritten kleine Mengen Kaffee lediglich als Souvenir die europäische Grenze. Erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts begann der eigentliche Handel und die großen europäischen Hafenstädte wie Venedig, London und Hamburg wurden regelmäßig mit Kaffee beliefert.

Kaffee wurde anschließend lange Zeit hauptsächlich in Kaffeehäusern getrunken, bis er zu Beginn des 19. Jahrhunderts auch den Weg in private Haushalte fand. Trotz des häufig heimischen Konsums ist Kaffee bis heute, mehr als jedes andere Getränk, ein Anlass für soziale Interaktion. Wer kennt die typische Frage nach einem Treffen auf einen gemeinsamen Kaffee nicht?

Das Studierendenwerk Freiburg legt Wert auf Qualität

An der Universität Freiburg zählen die Cafés Europa, Senkrecht und Libresso des Studierendenwerks Freiburg-Schwarzwald (SWFR) zu den zentralen Treffpunkten. Doch wissen die Studierenden eigentlich, woher der Kaffee stammt? „Ich habe keine Ahnung“, sagt Zack, der Europäische Linguistik im 2. Semester studiert und vor dem Café Europa gerade einen Cappuccino trinkt. Auch Lehramtsstudentin Anna weiß es nicht, aber „es würde mich durchaus interessieren“.

Der Großteil des in Deutschland getrunkenen Kaffees stammt aus Brasilien, Vietnam und Honduras. Auch das SWFR bezieht Bio-Kaffee aus Zentral- und Südamerika. Die in Freiburg ansässigen Handelspartner “Tee Peter Kaffee” und “Westhoff” dienen hierbei als Schnittstellen zwischen den Kaffeeproduzenten und dem Studierendenwerk. Beide Bezugsquellen legen großen Wert auf Nachhaltigkeit, fair produzierte Waren und authentifizierbare Prozesse, sagt Christian Brogle, der für das Studierendenwerk als Leiter des Einkaufs- und Qualitätsmanagements tätig ist. „Hierin steckt die Begründung für die schon über 10 Jahre bestehenden Partnerschaften.“

Christian Brogle und Ulrich Stelter, der den Bereich Hochschulgastronomie und Kultur verwaltet, entscheiden, woher das SWFR seinen Kaffee bezieht – auch geschmacklich. „Bei der Wahl kommt alles auf den Charakter der Bohne an, der sich durch den Geschmack und die Qualität ausdrückt“, sagt Stelter.

Etwa 60 Tonnen Kaffee bezieht das Studierendenwerk im Jahr, um all seine Cafés und Mensen in und rund um Freiburg zu versorgen. Diese Menge setzt sich aus den beiden Sorten „Arabica“ und „Robusta“ zusammen. Neben der Sorte und der Herstellung garantiere ein guter Filterprozess den Erhalt des vollen Aromas der Bohnen, sagt Brogle.

Und schmeckt den Studierenden denn der Kaffee? Anna und Zack sind zufrieden. Sie zieht es allerdings nicht nur wegen des guten Kaffees ins Café Europa, sondern auch wegen des studentischen Flairs und der fairen Preise.

Audio

Ohne Kaffee in die Uni? Ob bei Studierenden ohne Kaffee morgens schon etwas läuft sowie die positiven und negativen Wirkungen von Kaffee erfahrt ihr hier:

Video: Die kleine Rösterei im Hinterhof

Die Leidenschaft von Inhaberin Andrea Jauch unterscheidet die Kaffeerösterei “Schwarzwild” von vielen großen Kaffeekonzernen: Der Röstprozess wird persönlich beobachtet und die Bohnen individuell geröstet, Experimente mit angeblich ungeeigneten Kaffeesorten führen zu neuen Geschmackserlebnissen und auf den direkten Kontakt mit den Bauern in Übersee legt sie großen Wert. So entstehen in Freiburg täglich ganz außergewöhnliche Kaffees, die es zu entdecken gibt.

Info

Wer noch mehr über die Geschichte des Kaffees erfahren möchte findet weitere Infos unter www.geschichte-kaffee.de

Eine Gemeinschaftsproduktion von Henning Persian (Foto), Gardo Nabine, Moresha Ibele, Lukas Spinner im Rahmen des Seminars „Einführung in den crossmedialen Journalismus“ für Studierende der Medienkulturwissenschaft.

Seminarleitung, Redaktion: Silvia Cavallucci, Ragna Plaehn, Horst Hildbrand.

Veröffentlicht am 7. Dezember 2017

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