Weg damit – und dann?

Weg damit – und dann?

1.450 Tonnen Abfall gab es 2016 an der Uni Freiburg. Was aber passiert mit dem Abfall der Uni – und speziell mit dem der UB? Und spielen Recycling und Upcycling eine Rolle? Außerdem: Upcycling im Unishop und DIY-Tipps.

An der Uni Freiburg ist für die Beseitigung des gesamten Abfalls die Stabsstelle Umweltschutz zuständig. Dort achtet man darauf, dass der Abfall nach strengen Richtlinien getrennt und entsorgt wird. „Wir sind immer auf der Suche nach besseren Alternativen“, sagt der Leiter der Stabsstelle, Dr. Jürgen Steck.

Allein die UB hatte 2016 ein Müllaufkommen von 133 Tonnen, wovon je 23 Prozent Restmüll und Papier waren. „Einen beachtlichen Anteil des Abfalls stellten die Luftfilter dar, die regelmäßig ausgetauscht werden müssen“, sagt Dr. Steck. Was genau der größte Müllverursacher war, lasse sich nicht exakt beantworten, da keine Zahlen über den Kunststoffabfall, der von der Stadt Freiburg abgeholt wird, vorliegen.

Eines sei aber gewiss: „Die Mülltrennung in der UB könnte besser sein“, sagt Dr. Steck. Obwohl es im ganzen Gebäude getrennte Abfallbehälter gebe, werde weniger getrennt je mehr man sich den Eingängen nähere. Dies werde vor allem durch die Leute, die sich nur kurze Zeit in der UB aufhalten, zum Beispiel um ihren Müll zu entsorgen, verursacht. Da man nicht wusste, dass die UB so gut besucht sein werde, sei das Müllaufkommen viel größer als gedacht. Papier, gelber Sack und Restmüll müssen alle 2 bis 3 Tage abgeholt werden.

Weniger Abfall als in den 90er Jahren

Wohin gelangt aber nun unser Müll? Kunststoffe, also der gelbe Sack, werden von der Stadt Freiburg abgeholt und zum Wertstoffhof gebracht. Der Restmüll der UB wird in einer Müllverbrennungsanlage auf dem ehemaligen Flugplatz Bremgarten  verbrannt und somit in thermische und elektrische Energie umgewandelt. Das Altpapier werde zu 100 Prozent recycelt. Wenn der Papieranteil des Abfalls größer wäre, könnte nicht nur mehr recycelt werden, es wäre auch kostengünstiger für die Universität Freiburg. Die Leute entsorgen aber häufig ihren Restmüll über die Papiertonne, was ein Problem darstellt. Eine Tonne Restmüll zu entsorgen kostet 230 Euro, für eine Tonne Altpapier zahlen die Papierfabriken 50 Euro.

Ihren Elektroschrott bringt die Uni zu einem Firmenkonsortium, das die Elektronikgeräte ausschließlich in Europa recycelt. Die Uni legt darauf besonderen Wert und distanziere sich damit klar von einer Verfrachtung zu unseriösen Mülldeponien in Afrika oder Asien, wo menschenunwürdige Bedingungen vorherrschen, sagt Dr. Steck.

Die Wertstofftrennung gibt es seit Anfang der 90er Jahre und seitdem hat sie sich kontinuierlich verbessert. Interessant: Pro Kopf hat sich der Müllverbrauch der Uni Freiburg seitdem leicht verringert, das liege unter anderem daran, dass weniger gedruckt werde. Das Müllaufkommen in der UB sei hingegen anteilig mit der Zahl der Besucherinnen und Besucher gestiegen. Ebenso habe dss vermehrte Aufkommen an Coffee-to-go Bechern zu einer deutlichen Erhöhung des Abfallaufkommens beigetragen .

Abfall vermeiden

Die Uni Freiburg achtet aber nicht nur darauf, was mit dem Abfall geschieht, sondern versucht vor allem, Abfall zu vermeiden und umweltschonende Produkte zu verwenden. So wird seit diesem Jahr bei allen studentischen Druckern ausschließlich Recyclingpapier verwendet. Auch das Papier aus den Handtuchspendern in den Toiletten ist recyclingfähig und darf zum Altpapier gegeben werden.

Für Dr. Steck zählt die Einführung des Mehrwegbechers in den Cafés der Uni zu den erfolgreichsten Projekten zur Vermeidung von Müll. Man erhält zehn Cent Rabatt, wenn man ein Heißgetränk in den Mehrwegbechern der Uni bestellt oder wenn man seinen eigenen Becher von zu Hause mitbringt. „Seit ihrer Einführung werden weniger umweltbelastende Einwegbecher verwendet“, erklärt Dr. Steck.

Noch kein Upcycling an der Uni

Konkrete Konzepte zum Thema Upcycling gibt es an der Uni Freiburg – noch – nicht. Ein erster Ansatz ist aber die Errichtung eines Gebrauchtmöbellagers, wo die Möbel für den Gebrauch zwischengelagert werden. Dies ist zwar kein direktes Upcycling, da keine höherwertigen Waren dabei entstehen, eine Weiternutzung von gebrauchten Gegenständen ist es aber allemal.

Schon jetzt sei das Entsorgungskonzept der Universität Freiburg so gut durchdacht, dass es weltweit vorgestellt und von anderen Universitäten, wie zum Beispiel der Universität in Sao Paulo übernommen werde, sagt Dr. Steck.

Den ersten Schritt zur Nachhaltigen Uni müssen Beschäftigte und Studierende aber erst einmal selbst machen: Den Schritt zum richtigen Müllgefäß.

Info

Der folgende Link enthält genaue Daten dazu, wie sich das Abfall- Aufkommen pro Mitglied der Uni in den Jahren 2010-2016 entwickelt hat: www.nachhaltige.uni-freiburg.de

Recycling vs Upcycling

Unter Recycling versteht man die Aufbereitung und Wiederverwertung bereits benutzter Rohstoffe. Dabei werden Abfallprodukte zu Sekundärrohstoffen aufgearbeitet und wieder in den Wirtschaftskreislauf eingeführt, zum Beispiel wird Altpapier zu neuem Recyclingpapier verarbeitet.

Upcycling steht für die Weiternutzung von Abfallstoffen oder gebrauchten Gegenständen durch Umwandlung in höherwertige Materialien beziehungsweise Waren. Das heißt, dass die Stoffe im Unterschied zum Recycling aufgewertet werden. Wie etwa gebrauchte Paletten, die zu Möbeln verarbeitet werden.

Mehr Infos zum Thema Abfallaufkommen gibt’s auf der Website des Umweltbundesamtes.

Recycling

Jeder kennt es, jeder tut es – Tag für Tag trennen wir unseren Müll. Viele Unternehmen arbeiten ständig daran, neue Ideen für die Wiederverwertung von Stoffen zu entwickeln, mit denen wir Ressourcen schonen können. Eine dieser Ideen haben wir direkt in unserem Unishop gefunden und für euch unter die Lupe genommen.

Tipps für Upcycling

Bastelanleitungen

Lichterkette

Material: Gebrauchte Kaffeekapseln / Lichterkette
1. Löcher in Kapseln stechen
2. Kapseln über Leuchtenden stecken

Vasen

Material: Leere Glasflaschen / Kleber / Wolle

1. Glasflaschen gut reinigen & mit Klebstoff versehen
2. In kreisförmigen Bewegungen die Flasche von unten nach oben mit Wolle umwickeln

Besteckkasten

Material: Leere Dosen / Acrylfarbe / Nägel / Hammer / Holzbrett / Heißkleber / Stoffreste
1. Leere Dosen und Holzbrett mit Wunschfarbe bemalen
2. Dosen an das Holzbrett mit Hammer und Nägeln befestigen
Tipp: zusätzlich Heißkleber benutzen
3. Aus alten Stoffresten Henkel flechten und ebenfalls mit Nägeln an der oberen Kante des Holzbrettes festmachen

 
  
Eine Gemeinschaftsproduktion von Paulina Staszewska, Elena Nastoll, Viktoria Wasmer und Miriam Keßler (Foto) im Rahmen des Seminars „Einführung in den crossmedialen Journalismus“ für Studierende der Medienkulturwissenschaft.

Seminarleitung, Redaktion: Silvia Cavallucci, Ragna Plaehn, Horst Hildbrand.

Veröffentlicht am 20. Dezember 2017

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