Ein Streifzug durch die Geschichte der Universitätsbibliothek Freiburg

Die Gründung

Die erste Universität Europas wurde 1088 in Bologna gegründet, von wo aus sich viele weitere in ganz Europa verbreiteten. Die erste deutsche Universität wurde 1386 in Heidelberg etabliert. Die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, benannt nach ihrem Gründer Albrecht VI., folgte erst 70 Jahre später, genauer 1457. Der erste Rektor der Uni Freiburg war Matthäus Hummel.

Die Bücher

Auf dem Bild sieht man eine weiblich gelesene Person mit Brille, die ein Bild vor sich hält und darauf zeigt, sie steht vor einem Hintergrund mit mehreren Infotafeln und Bildern.

Bücher waren von Beginn an ein wichtiger Bestandteil der Lehre, doch wurden sie damals anders verwendet, als wir es heute kennen. Sie waren von Hand geschrieben und dadurch sehr wertvoll. Aus diesem Grund waren sie oft angekettet und durften nicht ausgeliehen, beschmutzt oder frei benutzt werden. Außerdem wurden weniger Bücher für das Studium verwendet, diese dafür sehr intensiv gelesen und sogar auswendig gelernt.

Aus dem Statutenbuch von Johannes Kerer, Universitätslehrer, Münsterpfarrer und Weihbischof von Augsburg, erfahren wir die Regeln des Miteinanders und die Organisation der Universität um 1500. Im Buch befinden sich zahlreiche Abbildungen, das hilft, ein besseres Bild von den Abläufen zu bekommen.

Damals gab es auch das ‚Collegium Sapientiae‘: das Gebäude, das von Johannes Kerer gestiftet wurde und für das das Statutenbuch geschrieben wurde, war eine Art Stipendienprogramm, das es begabten, aber mittellosen Studenten ermöglichte, sich voll auf das Studium zu konzentrieren, da Unterkunft und Verpflegung übernommen wurden. Frauen studierten in Freiburg erst ab dem frühen 20. Jahrhundert offiziell.

Die Jesuiten

Auf dem Bild sieht man eine Infotafelwand mit links Text über Kriege, Krisen und Reformen. Auf der rechten Seite sieht man ein Bild vor einem bunten Hintergrund hängt. Außerdem sind mehrere Showkästen an der Wand zu sehen.

Ab dem Jahr 1620 änderte sich durch den katholischen Orden der Jesuiten die Bildungsvermittlung an der Universität Freiburg. Als Gegenreaktion zur Reformation wollten sie die Katholische Kirche wieder attraktiver machen und mithilfe der Bildungsvermittlung den Katholizismus verbreiten. So kamen sie auch an die katholische Uni Freiburg. Die Jesuiten bekamen Lehrstühle an der Universität und prägten das Stadtbild in Freiburg bis heute durch den Bau des Jesuitenkollegs (heute Alte Universität).

Als der Orden 1773 vom Papst verboten wurde, mussten sie Freiburg verlassen. Zurück blieben zahlreiche Gebäude und Buchbestände, die an die Uni übergingen.

Das Stifterportrait

Auf dem Bild sieht man einen Museumsraum. Im Zentrum ist ein Bild von einer Person, die wie ein König gekleidet ist. An den beiden Seiten sind weitere Showkästen und Ausstellungsstücke und Infotafeln zu sehen.

In den 1750er Jahren entschied man sich, einen Bibliotheksraum zu errichten, der aber vor allem Schauzwecken diente, weniger zum Lernen. Für diesen Raum wurde dieses Stifterportrait von Albrecht VI. gemalt.

Die erste UB

Auf dem Bild sind zwei Bilder von Häusern zu sehen die vor einem Hintergrund von einem Bild mit Bücherregalen und Säulen zu sehen sind.

Als der Jesuitenorden aufgelöst wurde und die Universität plötzlich einen großen Bestand an Büchern besaß, wurde entschieden, eine erste richtige Universitätsbibliothek, wie wir sie heute kennen, einzurichten.

Dort, wo sich heute die Buchhandlung ‚Rombach‘ befindet, stand das ehemalige Jesuitengymnasium, welches sich als Bibliothek eignete. Die Aula mit Theatersaal bot genug Platz, um alle Bücher unterzubringen.

Die „Bibliotheca Academica“

Auf dem Bild sieht man eine Steintafel in ovaler Form mit einer Inschrift "Bibliotheca Academica". Diese liegt hinter einer Glasscheibe.

Die „Bibliotheca Academica“ hatte nun auch Lesesäle für Studenten, einen hauptberuflichen Bibliothekar und ein Leihsystem. Leider war sie, von Montag bis Samstag, aber nur zwei Stunden am Tag geöffnet.

Neue Räume

Auf dem Bild sieht man den Eingang eines alten Gebäudes. Es gibt einen kleinen überdachten Teik bevor dann die Tür zum inneren kommt. An der Seite des Eingangs sieht man eine dunkle Statue von einer Person die den Finger in den Himmel zeigt.

Im 19. Jahrhundert wuchs die Universität immer weiter und benötigte neue Räume für die Bibliothek. Auf dem Grundstück des heutigen KG IV wurde 1895 mit dem Bau eines neuen Gebäudes im Stil der Neogotik begonnen. Der Architekt Karl Schäfer hatte eine Vorliebe für diesen Baustil, obwohl dieser zu seiner Zeit schon aus der Mode gekommen war.

Ein Gebäude für die UB

Auf dem Bild sieht man eine schwarz-weiß Fotografie die jemand in den Händen hält. Auf diesem sieht man ein altes Gebäude und davor ein Weg mit Bäumen.

Das Grundstück war durch seine dreieckige Form unpraktisch für ein Gebäude – der ungewöhnliche Grundriss des KG IV ist dieser Form geschuldet. Ein unabhängiges Gebäude für die Bibliothek bot allerdings viele Vorteile, da es aus Brandschutzgründen eine größere Sicherheit für die Bücher gewährleisten konnte und zudem eine bessere Beleuchtung mit den vielen Fenstern ermöglichte.

Lesesaal statt Innenhof

Auf dem Bild sieht man eine Person die eine schwarz-weiß Fotografie eines alten Innenhofs hält.

Das Gebäude wurde ursprünglich mit Innenhof gebaut, doch wegen des steigenden Platzbedarfs, wurde dieser in den 50er-Jahren zu einem Lesesaal umgewandelt.

Bombenangriff

Auf dem Bild sieht man eine schwarz-weiß Fotografie die jemand in den Händen hält. Auf diesem sieht man ein altes Gebäude aus Stein mit Türmen und verzierten Torbögen.

Durch den Bombenangriff 1944 wurde ein großer Teil der Innerstadt beschädigt, so auch die ehemalige Universitätsbibliothek.

Anbau im 50er-Jahre-Stil

Auf dem Bild sieht man ein rotes Backsteingebäude mit einer Glasfront von unten links fotografiert.

Der zerstörte Teil wurde mit einem Anbau im Stil der 50er-Jahre ergänzt. Später gab es jedoch statische Probleme, sodass das Gebäude einsturzgefährdet war. Aus diesem Grund, aber vor allem wegen des fehlenden Platzes, wurde in den 70er Jahren beschlossen, dass ein neues Gebäude gebaut werden sollte.

Ein zweckmäßiger Bau

Auf dem Bild sieht man ein schwarz-weiß Foto von einem rechteckigen Gebäude vor dem Autos parken.

Man brauchte nun ein neues Grundstück und so wurde der Abriss des Rotteck-Gymnasiums beschlossen, um der neuen Bibliothek Platz zu machen.

Das neue Universitätsgebäude aus dem Jahr 1978 war ein zweckmäßiger Bau, an einer mehrspurigen Straße, der auf viele nicht ansprechend wirkte. Zudem hatte die neue Bibliothek Probleme mit der Klimatisierung und eine hohe Schadstoffbelastung. Nur 30 Jahre nach der Eröffnung wurde deshalb entschieden, dass ein neues Gebäude erforderlich war.

Die neue UB

Auf den Bild sieht man einen Platz mit ein paar einzelnen Bäumen. Dahinter sieht man ein großes modernes Glasgebäude, was umrandet ist von weiteren Häusern.

Bei den Bauarbeiten, die 2008 begannen, wurden die Aufzugstürme und Treppenhäuser, sowie die Untergeschosse des alten Gebäudes stehengelassen. Die Untergeschosse werden heute weiter genutzt. Dort wurden auch während des Umbaus Bücherbestände gelagert. Die alte Stadthalle in Littenweiler wurde zur Übergangsbibliothek für die Studierenden, bis die neue UB 2015 eröffnet wurde.

2025 feierte die Bibliothek ihr 10-jähriges Bestehen. Sie hat einen Bestand von etwa 3,5 Millionen gedruckten Medien und ist 119 Stunden pro Woche geöffnet. Zudem kann sie mit den 1.700 Arbeitsplätzen sehr viel mehr Studierenden einen Lernraum bieten als ihre Vorgänger.