Die WM 2026 steht kurz vorm Anpfiff – wie groß ist die Fußballbegeisterung in Freiburg? uniCROSS hat sich umgehört: Wer schaut, wer boykottiert – und wem ist das Turnier komplett egal?
Glosse
Willkommen in Trumps „Soccer-Königreich“
Die WM 2026 in den USA wird größer, patriotischer, prunkvoller – zumindest, wenn es nach US-Präsident Donald Trump und seinem FIFA-Zeremonienmeister Gianni Infantino geht. Schon eine gedankliche Rundreise durch dieses „gelobte Land“ bereitet unseren eigentlich fußballbegeisterten Autor*innen Migräne.
Zwei Kriege hat Donald Trump seit der Auszeichnung mit dem prestigeträchtigen FIFA-Peace-Price losgetreten. Kein Wunder, dass da seitens des wohl größten und mächtigsten Sportverbands der Welt für den gerne größten und leider ebenso mächtigsten Mann der Welt eine neue Trophäe hermuss: Der 45. und 47. Präsident der Vereinigten Staaten wird noch vor der Eröffnungsfeier zum „Football King“ gekrönt. Und das, obwohl das von ihm durchregierte Fußball-Dritte-Welt-Land das „Schöne Spiel“ schamlos und öffentlich als „Soccer“ verunglimpft.
Und mit royalen Dekreten fackelt Durchlaucht nicht lang: Vor jedem Anpfiff müssen die Athleten aus Trumps Wannabe-Wirtschaftsbibel „Art of the Deal“ zitieren und einen Treueschwur leisten. Die königlichen Boten von „Fox News“ sehen darin ein Zeichen des Respekts. Kicker, die der Vorgabe derweil nicht folgen, werden von der Teilnahme am Turnier ausgeschlossen – und kurzum eingekerkert.
Auch der VAR wird reformiert: Umstrittene Aktionen werden nicht mehr von Schiedsrichtern durch Videoanalyse entschieden, sondern via Trumps eigener Plattform „Truth Social“: Recht bekommt dort, wer die meisten Likes erhält. „Free Speech“ sei Dank.
Schon nach dem ersten Spieltag sind es „nur“ noch 47 Mannschaften bei dieser XXL-WM. Denn Paraguay ist nicht mehr dabei. Ihr Affront: Gegen den großzügigen Gastgeber haben sie es gewagt, in Führung zu gehen. Mit den Worten „Stop the Count“ beendet Trump hastig das Spiel.
Während aus den Lautsprechern der offizielle WM-Song mit „Never felt this free before“ dröhnt, stürmen maskierte ICE-Recken die Arena und setzen paraguayische Spieler, Trainer und Fans fest. Die fußballerischen Angriffe der Paraguayer auf das amerikanische Tor werden vom frischgebackenen Monarchen als Terrorakt eingestuft.
Sorgen bereitet auch der Blick aufs Bankkonto. Für eine Karte zum Gruppenspiel zahlen deutsche Fans sage und schreibe 2000 Euro. Obendrauf kommen 1000 Euro für 24 Stunden in einem Hotelzimmer, 800 Euro für den siebenstündigen Flug, 100 Euro für die dreißigminütige Busfahrt zum Stadion und 50 Dollar für zwei labbrige Hotdogs. Vielleicht hätte Trump statt einer Krone den FIFA-Preis für Wirtschaft bekommen sollen?
Schon bei der Ankunft am Flughafen werden Fans rausgezogen. Und wehe, unter ihren Social-Media-Abos befinden sich Jimmy Kimmel oder Bad Bunny. Dann werden die Maschinengewehre gezogen – und die Lupen gezückt, um die Instagram-Beiträge der vergangenen 15 Jahre zu kontrollieren.
Die iranische Freundin behält man auch besser für sich. Sonst werden ganze Stammbäume offengelegt: wo Freunde, Nachbarn, Arbeitskollegen, Nachbarn der Arbeitskollegen und wiederum diese Freunde der Arbeitskollegen der Nachbarn herkommen. Ohne also eine einzige Partie sehen zu können: Diese WM wirkt wenig preisverdächtig.
„Jetzt kann’s voll werden“
Späte Anpfiffzeiten, Herausforderungen beim Lärmschutz und ein umstrittener Austragungsort – In zahlreichen Freiburger Bars und Kneipen werden die Spiele trotz erschwerter Bedingungen übertragen. Das Jos Fritz und der Kastaniengarten berichten uniCROSS, wie sie sich für die kommenden Partien aufgestellt haben.


