Mit rosa-gestreiften Socken betritt Dekker am 17. März 2026 die Jazzhaus Bühne. Sein Gesicht halb versteckt unter einem großen Strohhut, das Markenzeichen des US-amerikanischen Sängers. Er begibt sich auf einen großen, weißgemusterten Teppich. Drei Gitarren, mehrere Verstärker-Boxen und eine leuchtend orange Wohnzimmerlampe umgeben ihn.
Er spielt den ersten Song des Abends an, „Familiar Beat“. Ein Song der mit fröhlichem „Boom-Ba“-Refrain das Publikum zum Mitwippen einlädt, doch Dekker verliert bereits bei der zweiten Strophe den Faden und weiß nicht wie die Lyrics weitergehen. Naja, ist ja auch der erste Abend seiner „Neither Up Nor Down“-Tour. Er lacht über sich selbst und die Leute vor der Bühne lachen mit, doch keiner nimmt es dem Singer-Songwriter krumm.
Dekker, der mit bürgerlichem Namen Brookln Dekker heißt, freut sich über das Zusammenkommen der Fans, welche schließlich auch den Abend zuhause hätten verbringen können. Seine Musik ist geprägt von entspannten Gitarren Picking Sounds, welche seine warme, vielseitige Stimme perfekt ergänzen.
Der Musiker zeigt sich den ganzen Abend lang nahbar, erzählt persönliche Anekdoten und stellt fest, dass er sich (schon wieder) verspielt hat. Er erzählt von seinem neuen Bühnenteppich und davon, was der Tourstart mit ihm macht. Er habe seit er klein ist Probleme mit „Transitions“, er müsse also erst darauf klar kommen, gerade Unterwegs statt Zuhause zu sein. Das Publikum hört den Erzählungen des Sängers genauso gerne zu, wie seinem Gesang. Trotzdem entschuldigt er sich dafür, dass er so viel redet und beendet immer wieder seine Geschichten mit den Phrasen „Dekker stop talking“ oder „I’m weird today”.
Dekker steht den ganzen Abend alleine auf der Bühne. Gemeinsam mit Gitarren, Ukulele, Effektpedalen und natürlich seiner Stimme, unterhält er das fast ausverkaufte Jazzhaus.
Bei einem seiner Songs benötigt er eine „Rhythm Section“ und sucht Unterstützung im Publikum. Es dauert ein bisschen, doch dann finden sich fünf mutige Leute, die im nächsten Moment mit voller Energie, tanzend den Sänger mit Maracas und anderen Rasselformen begleiten.
Neben den bereits bekannten Songs testet der Indie-Folk Sänger drei Songs aus, die noch nicht released wurden. Einer davon ist „Afraid to die“, welcher er selbst als ein Song beschreibt, der nicht seinem bekannten Sound entspricht. Trotzdem schafft er es auch mit diesem die Zuhörer zu überzeugen.
Während des Abends taut das Publikum auf und spätestens bei „Maybe October“ singen und klatschen alle mit. Auch an einem Dienstag schafft Dekker es entspannte Sonntag-Vibes im Jazzhaus zu versprühen. Mit schlichtem Set-up und der Kombination aus Stimme, Gitarre und seiner gelassenen Art überzeugt er das Publikum.Mit dem letzten Akkord endet ein entspannter Abend, der einmal mehr zeigt, dass es manchmal nicht viel braucht.



