In der Unibibliothek Freiburg lagert unter der unscheinbaren Signatur Hs. 702 eine rund 1.200 Jahre alte Handschrift mit der Einleitung zum Lukas-Evangelium. Woher es stammt, war lange unklar. Nun kommen neue technische Methoden zum Einsatz, um dem Ursprung des Pergamentfragments auf die Spur zu kommen.
Hendrik Hameeuw von der Katholischen Universität Leuven in Belgien erforscht insulare Handschriften. Als „insular“ bezeichnet man Handschriften aus Pergament, die zwischen dem 7. und 9. Jahrhundert in England und Irland entstanden. Charakteristisch sind ihre Schrifttypen sowie aufwendig verzierten Buchmalereien.
Für die Untersuchung des Freiburger Fragments baute Hameeuw mit einem internationalen Forschungsteam mobile Analysegeräte im 3. Untergeschoss der Universitätsbibliothek Freiburg auf. Im Interview mit uniCROSS erklärt er, wie er mit digitalen Analysemethoden, die Herkunft des Freiburger Fragments entschlüsseln will.
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Für die Multispektralanalyse wird das Pergament unter Licht verschiedener Wellenlängen fotografiert. Tinten und Farbpigmente reagieren unterschiedlich auf dieses Licht. So lassen sich Details sichtbar machen, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind.
Bei der Multireflexionsmessung kommt das Licht nacheinander aus unterschiedlichen Richtungen. Eine spezielle Software vergleicht die Schatten- und Reflexionsunterschiede.
Die UB Freiburg ist eine Station auf Hendrik Hameeuws Forschungsreise. Dr. Antje Kellersohn, Leitende Bibliotheksdirektorin (Mitte), Dr. Marcus Schröter, Dezernatsleiter Historische Sammlungen (links)
Zusätzlich bestrahlen Hendrik und sein Team das Fragment mit Röntgenstrahlen. Dadurch leuchten die Atome in den Tinten und Pigmenten auf.
Aus der Multireflexionsmessung entstehen dreidimensionale Modelle der Pergamentoberfläche. Sie machen kleinste Erhebungen und Vertiefungen sichtbar und ermöglichen eine detaillierte Darstellung ihrer Topografie.
Um die Stärke des Pergaments und seine Homogenität zu bestimmen, wird das Fragment im Gegenlicht fotografiert.
Wie die Handschrift 702 nach Freiburg kam
Die Freiburger Handschrift 702 hat eine besondere Geschichte. Im Jahr 1913 bot der Freiburger Student Hans Jonas das Handschriftenfragment mit dem Beginn des Lukasevangeliums der Universitätsbibliothek Freiburg für 1.000 Mark zum Kauf an. Der damalige Bibliotheksdirektor konnte jedoch nur 200 Mark aufbringen. Im Gegenzug erhielt Jonas das exklusive Veröffentlichungsrecht, das bis 1918 gelten sollte.
Während des Ersten Weltkriegs geriet Jonas in russische Gefangenschaft und wurde in Sibirien inhaftiert. 1918 bat er daher um eine Verlängerung der Publikationsfrist. Zu einer Veröffentlichung seiner Arbeit kam es jedoch nie.
Was weltweit in hochrangigen Museen steht, haben die Freiburger*innen im öffentlichen Raum. Die „Reclining Figure“ des britischen Künstlers Henry Moore trifft dabei nicht jeden Geschmack. Ivanka und Melina von uniCROSS haben die Skulptur und ihre Geschichte auf dem Campus der Uni Freiburg aufgespürt.
Barbara Volhard ist 91 Jahre alt und Zeitzeugin des Nationalsozialismus. Als gebürtige Danzigerin erlebte sie die letzten Jahre des NS‑Regimes als junges Mädchen. uniTV besuchte sie in ihrer Freiburger Wohnung und sprach mit ihr über ihre Kindheitserinnerungen und Eindrücke, die sie als Erwachsene prägten.
Als CDU-Politikerin kämpfte Rita Süssmuth seit den 80ern für die Gleichstellung zwischen Mann und Frau und eine moderne Familienpolitik. Durch ihre Überzeugungen war sie in der Bevölkerung beliebt, ihren Parteikollegen war sie eher ein Ärgernis.
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