Wenn im Theatersaal der Alten Uni das Licht ausgeht, ist das kein technischer Defekt, sondern die außergewöhnliche Idee hinter der „Komödie im Dunkeln“.

Das Stück von Peter Shaffer, das von der Theatergruppe Schall&Rauch für die neue Aufführung ausgewählt wurde, spielt konsequent mit Licht: Durch einen plötzlichen Stromausfall entsteht eine Handlung voller lustiger Missgeschicke und Verwechslungen. Während einige Charaktere im Dunkeln tappen, glauben andere unbeobachtet zu sein und nur das Publikum behält den Überblick. Umgekehrte Lichteffekte untermalen die Handlung: Nur wenn das Licht im Saal ausgeht, können die Figuren auf der Bühne etwas sehen.

Der Perspektivwechsel dieses Stücks begeisterte das Publikum bereits bei der Uraufführung 1965 – damals stand unter anderem die britische Schauspielerin Maggie Smith auf der Bühne. Mit ihrer Inszenierung bringt Schall&Rauch aber eigene Ideen ein, sodass die Aufführung an die heutige Zeit angepasst ist und auch für Zuschauende spannend bleibt, die das Stück bereits kennen.

Einen Einblick gibt die Bildergalerie (Infos zu den Terminen gibt es am Ende des Beitrags):

Zu sehen sind 8 lächelnde Personen im Gruppenbild auf einer Bühne mit schwarzem Vorhang im Hintergrund. Auf dem Boden ist ein roter Teppich, rechts ein Sofa und links ein Radio, alles im Stil der 60er-Jahre eingerichtet.
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Zur Gruppe

Schall&Rauch ist eine der sechs ständigen Theatergruppen des Freiburger Interessenverbandes für Studentisches Theater (FIST*). Bei Schall&Rauch ist dieses Ensemble aktuell das Einzige, das aktiv ist. Die Gruppe lernte sich Ende letzten Jahres bei einem Schauspiel-Regie-Workshop kennen, geleitet von Christopher Seiberlich, einem der Vereinsvorstände und Katharina Kohler, Regieassistentin am Nationaltheater Mannheim. Nach dem Workshop entschied sich die Gruppe zusammenzubleiben und ihr erstes gemeinsames Stück auf die Bühne zu bringen.

Das Ensemble hat die Produktion ohne viel Vorerfahrung innerhalb weniger Monate auf die Beine gestellt. “Normalerweise entsteht ein Theaterprojekt so, dass einige alte Mitglieder der Theatergruppe bleiben und sich neue Mitglieder der Gruppe anschließen. In unserem Fall wird das Projekt nur von neuen Mitgliedern gestaltet und im Hintergrund von Christopher als ehemaligem Mitglied sozusagen gecoacht”, erklärt Anna, die eine Psychotherapieausbildung macht und für das Stück in die Rolle des Harold Gorringe schlüpft.

Der Prozess, ein Theaterstück alleine auf die Beine zu stellen, ist mit hohem Aufwand verbunden. Nicht nur musste sich die Gruppe für Proben und das Text-Üben viel Zeit freihalten, sondern auch für die Organisation. Besonders für so ein großes und schwieriges Stück wie “Komödie im Dunkeln” braucht es viel Zeit für die Organisation von Requisiten, Kostümen oder die Einstellung von Licht, sagen Sofia und Marina, die beide Medizin studieren und für das Stück die Regie führen. Auch die Rahmenbedingungen seien nicht optimal gewesen. “Im Theatersaal hat es seit zwei Jahren keine Aufführungen mehr gegeben, weswegen wir erst einmal herausfinden mussten, wie alles funktioniert”, sagt Franka, die ebenfalls Medizin studiert und die Rolle der Carol Melkett spielt.

Trotz Hürden bringt das Ensemble von Schall&Rauch ein unterhaltsames Stück auf die Bühne, das viel Humor, abwechslungsreiche Charaktere und überraschende Enthüllungen verspricht.