Zwischen Zelten, bunten Lichtern und kleinen Zaubershows sammelt sich bereits eine kleine Menge aufgeregter Konzertbesucher*innen. Kein Wunder, denn die Tickets für Black Sea Dahu sind bereits ausverkauft. Im Spiegelzelt herrscht eine magische Stimmung. Man merkt dem Publikum die Vorfreude an, die Luft ist voller Energie. Das Abendlicht fällt durch die Buntglasfenster, taucht das Zelt in warmes, verschwommenes Licht.

Kaum tritt die Band auf die Bühne, wird sie mit Applaus begrüßt. Alle Mitglieder des Quintetts spielen mehrere Instrumente, was auch an diesem Abend am Bühnensetup sichtbar wird: Neben verschiedenen Gitarren, einem Bass und einem Keyboard kann das Publikum auch Rasseln, Glocken und sogar ein Akkordeon erkennen. Black Sea Dahu geben zu Beginn mit ruhigen Liedern die Stimmung des Abends vor. Leadsängerin Janines tiefe Stimme ist gleichzeitig fesselnd und wie eine warme Umarmung. Dann kommt das vierköpfige Streichquartett Amour sur Mars auf die Bühne und komplettiert das Ensemble. Die Streicher*innen fügen dem ohnehin schon beeindruckend breit aufgestellten Sound von Black Sea Dahu noch das gewisse Extra hinzu. Die Songs haben Kraft, reißen das Publikum durch ihre Ehrlichkeit und ungefilterte Emotion mit.

Die Band beschreibt ihre Musik mit einem Gefühl, „wie mitten im Sturm zu stehen“, das auch aufs Publikum überspringt. Als Janine ihre neu veröffentlichte Single, „One Day Will Be All I Have” ankündigt, beginnt es, draußen zu regnen. Die Regentropfen auf der Zeltplane untermalen die emotionale Einleitung und das Lied perfekt – der Song ist Janines und Veras plötzlich verstorbenem Vater gewidmet.

Man merkt Black Sea Dahu an, dass sie sich auf der Bühne wohlfühlen. Eine unglaubliche Nähe und Verletzlichkeit machen es super einfach, sich in die Songs hineinzufühlen. Zum Ende der Show wird deutlich, dass noch niemand bereit ist, die Band gehen zu lassen. Nach viel Applaus gibt es eine besondere Zugabe: Die Band stellt sich gemeinsam um ein Mikro und singt ein letztes Mal zusammen, begleitet von akustischen Gitarren. Und selbst das reicht noch nicht, das Publikum hört einfach nicht auf zu applaudieren. Black Sea Dahu kommen noch einmal auf die Bühne, aber die Zeit wird schon knapp. Statt einer weiteren Zugabe stimmen die fünf noch einmal ihren Song „In Case I Fall For You” an und singen, ohne Mikros, ins Publikum: „Oh I think I’m in love, in love with you…”